Siegel und Werbeworte richtig lesen
Was 'umweltfreundlich', 'natürlich' oder 'nachhaltig' auf einer Verpackung tatsächlich bedeuten — und welchen unabhängigen Zeichen man trauen kann.
Das Wichtigste in Kürze
- 1.Die meisten grünen Adjektive sind rechtlich nicht definiert.
- 2.Ein echtes Siegel hat Norm, Prüfstelle und öffentliches Verzeichnis.
- 3.Mehrere passende Zeichen sagen mehr als ein großes Versprechen.
- 4.Selbst gestaltete Blattlogos zertifizieren nichts.
Begriffe ohne Regelung
"Natürlich", "grün", "clean" oder "klimafreundlich" sind in den meisten Warengruppen nicht verbindlich definiert. Jede Marke darf sie verwenden.
Die europäische Aufsicht geht inzwischen strenger gegen pauschale Umweltaussagen vor, doch die Durchsetzung bleibt lückenhaft.
Eigenlogo oder unabhängiges Siegel
Viele Marken entwerfen ein eigenes Blattsymbol. Das ist Grafikdesign, keine Zertifizierung.
Ein echtes Siegel setzt eine unabhängige Stelle voraus, die auditiert, ihre Norm veröffentlicht und regelmäßig nachprüft. Der entscheidende Test ist die Suche im Verzeichnis dieser Stelle.
Siegel, die man kennen sollte
B Corp für das Unternehmen; Leaping Bunny für tierversuchsfreie Kosmetik; EU-Bio und USDA Organic für Lebensmittel; Fairtrade für importierte Rohstoffe; FSC für Holz und Papier; GOTS für Biotextilien; Cradle to Cradle für zirkuläres Design.
Keines deckt alles ab. Mehrere ergänzende Zeichen sind glaubwürdiger als eine einzelne breite Aussage.
Häufige Fragen
Welches Siegel ist am nützlichsten?+
Das hängt von der Warengruppe ab: Leaping Bunny bei Kosmetik, GOTS bei Textilien, Fairtrade bei Importrohstoffen, FSC bei Papier. B Corp ist das beste Signal auf Unternehmensebene.
Laufen Zertifikate ab?+
Fast alle, üblicherweise nach ein bis drei Jahren. Prüfe das Datum im Verzeichnis der Zertifizierungsstelle.
Vom Wissen zum Einkauf
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