Ethik-Enzyklopädie

Enzyklopädie für Inhaltsstoffe & Materialien

Die Zutatenliste ist das Einzige auf einer Verpackung, das wirklich ehrlich sein muss: Werbetexte dürfen „natürlich“ oder „eco“ schreiben, ohne dass es eine gesetzliche Definition dafür gibt – die Zutatenliste dagegen muss die tatsächlichen Substanzen unter ihrem regulierten Namen deklarieren. Nur sind Namen wie Karmin, Lanolin, Isinglass, Guanin oder Glycerin ohne Hintergrundwissen nicht zu entschlüsseln.

Diese Enzyklopädie übersetzt genau das in verständliche Sprache. Jeder Eintrag nennt die Herkunft der Substanz (tierisch, pflanzlich oder synthetisch), in welchen Produkten sie typischerweise auftaucht, die üblichen veganen Alternativen und die Zertifizierungen, die sie zuverlässig ausschließen. Wo die wissenschaftliche Evidenz zu Umwelt- oder Gesundheitsauswirkungen umstritten ist, sagen wir das ausdrücklich – wir erzeugen keine künstliche Sicherheit für Klicks.

Die Material-Einträge machen dasselbe für Textilien und Verpackungen: was Leder, Wolle, Seide, Daunen, PU, PVC, Piñatex, Tencel, Desserto und Bio-Baumwolle tatsächlich kosten – in Tierwohl, Flächenverbrauch, Wasser und am Ende des Lebenszyklus.

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Nach Typ erkunden

Starte mit den meistgesuchten Inhaltsstoffen und Materialien – jeder Eintrag nennt Alternativen und passende Zertifikate.

Warum eine Inhaltsstoff-Enzyklopädie?

Etiketten verwenden die INCI-Nomenklatur: lateinische oder chemische Namen, nie Marketingnamen, und viele Substanzen haben fünf oder mehr Synonyme. „Parabene“ steht nie auf einer Verpackung; „Propylparaben“ schon.

Wir indizieren jeden Alias, damit deine Suche auf der Verpackung wirklich trifft, was tatsächlich gedruckt ist, und verlinken jeden Eintrag mit dem Produktkatalog, in dem er in der Zusammensetzung erscheint.

  • Deklarierte Herkunft: tierisch, pflanzlich oder synthetisch
  • Produkte, in denen die Substanz typischerweise vorkommt
  • Vegane oder wirkungsärmere Alternativen
  • Zertifizierungen, die sie zuverlässig ausschließen
  • Regulatorischer Status in EU, USA und weiteren Märkten

Ist pflanzlich immer besser?

Nicht automatisch. Manche „veganen Leder“ bestehen aus PVC, einem langlebigen Kunststoff mit gut dokumentierten Gesundheitsrisiken. Neuere biobasierte Optionen – Piñatex, Desserto, MIRUM, Apfelleder – punkten sowohl bei Tierwohl als auch am Lebensende besser.

Glycerin ist ein gutes Beispiel für Mehrdeutigkeit: Es kann je nach Prozess pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sein, deshalb kennzeichnen wir den Status explizit, statt vegan als Standard anzunehmen.

  • Tatsächliche Herkunft prüfen, nicht nur das Frontlabel
  • Mit einer Zertifizierung verifizieren, nicht mit dem Wort „vegan“
  • Lebensende vergleichen: biologisch abbaubar vs. Mikroplastik
  • Plastik-Bindemittel in veganem Leder prüfen

So nutzen wir diese Daten bei EthiCompare

Wir gleichen das Register der Vegan Society, ECHA/CosIng-Daten für Kosmetik und die Herstellerangaben ab. Bei mehrdeutigem Status kennzeichnen wir das, statt eine Annahme zu treffen.

Du kannst jeden Inhaltsstoff aus dieser Enzyklopädie zur Blockliste deines Werteprofils hinzufügen, und jede Produktseite markiert Konflikte automatisch.

  • Vegan Society-Register
  • ECHA/CosIng-Datenbank
  • Herstellerangaben
  • Kontroversen-Historie der Marke

Substanz vs. Alternative

Ein schneller Überblick über gängige Swaps von tierischer Herkunft zu wirkungsärmeren Alternativen.

Substanz vs. Alternative
Substanz / MaterialHerkunft oder BedenkenEmpfohlene Alternative
Karmin (E120)Zerkleinerte Cochenille-SchildläuseRote Bete, Annatto, Eisenoxid
LanolinSekret aus SchafwolleSheabutter, pflanzliches Squalan
LederViehzucht und ChromgerbungPiñatex, MIRUM, Kaktusleder
DaunenVögel, teils LebendrupfPrimaLoft Bio, recyceltes Füllmaterial
BienenwachsBienenstockproduktCandelilla-, Carnaubawachs
GelatineHydrolysiertes tierisches KollagenAgar-Agar, Pektin
SeideKokon der SeidenraupeCupro, Bambus-Lyocell
PVC („veganes Leder“)Langlebiger Kunststoff, riskante ZusatzstoffeZertifizierte biobasierte Materialien

Vor dem Kauf prüfen

  • Nach dem exakten INCI-Namen suchen, nicht dem Marketingbegriff
  • Prüfen, ob hinter „vegan“ oder „cruelty-free“ eine echte Zertifizierung steht
  • Vollständige Zusammensetzung jedes „veganen Leders“ prüfen
  • Nachsehen, ob für die Substanz aktuelle EU-Beschränkungen bestehen
  • Lebensende vergleichen: biologisch abbaubar oder Mikroplastik?
  • Ausschlüsse ins Werteprofil eintragen für automatische Erkennung

Häufige Fragen zur Enzyklopädie

Warum stehen Begriffe wie „Lanolin“ oder „Karmin“ auf einem Shampoo?+

Lanolin ist ein wachsartiges Sekret aus Schafwolle, das als Weichmacher dient; Karmin (E120) ist ein roter Farbstoff aus zerkleinerten Cochenille-Schildläusen. Beide sind legal und verbreitet, tauchen aber selten im Marketingtext auf, sondern nur in der Zutatenliste.

Ist ein pflanzliches Material immer ethischer als Leder?+

Nicht automatisch. Manche veganen Leder bestehen aus PVC, einem problematischen, langlebigen Kunststoff. Biobasierte Optionen wie Piñatex oder MIRUM schneiden bei Tierwohl und Lebensende meist besser ab, aber die Zusammensetzung sollte man immer prüfen.

Woher stammt der vegane Status eines Inhaltsstoffs?+

Wir gleichen das Register der Vegan Society, ECHA/CosIng-Daten für Kosmetik und die Herstellerangaben ab. Bei mehrdeutigem Status wie bei Glycerin kennzeichnen wir das, statt vegan anzunehmen.

Kann ich nach Inhaltsstoff über alle Produkte im Katalog suchen?+

Ja. Jeder Enzyklopädie-Eintrag verlinkt zu Produkten, die diese Substanz in ihrer Zusammensetzung nennen, und du kannst sie zur Blockliste deines Werteprofils hinzufügen.

Was bedeutet „umstrittene Evidenz“?+

Es bedeutet, dass Studien widersprüchliche Ergebnisse liefern oder Regulierungsbehörden noch keine endgültige Position bezogen haben. In diesen Fällen kennzeichnen wir das ausdrücklich, statt eine falsche Eindeutigkeit vorzutäuschen.

Wie wird diese Enzyklopädie aktualisiert?+

Wir überarbeiten Einträge, wenn sich relevante Regulierung ändert (EU, FDA, ECHA) oder neue belastbare wissenschaftliche Erkenntnisse erscheinen, und vermerken das Datum der letzten Überprüfung.

Übertrage diese Ausschlüsse in dein Profil

Füge Inhaltsstoffe und Materialien, die du vermeiden willst, zu deinem Werteprofil hinzu und erkenne Konflikte automatisch bei jedem Produkt im Katalog.

Werteprofil einrichten

Der Score verbindet Siegel, Lieferkette, Arbeitsbedingungen, Verpackung und Transparenz und wird laufend aktualisiert.