Inhaltsstoffe, die einen zweiten Blick verdienen
Nicht jede Substanz auf dieser Liste ist verboten: Viele sind innerhalb regulierter Grenzwerte legal, wecken aber berechtigte Fragen zu kumulativer Belastung, Umweltwirkung oder fehlender Transparenz auf dem Etikett. Wir unterscheiden konsequent zwischen „verboten“, „mit Grenzwert erlaubt“ und „legal, aber umstritten“ – denn wer diese Kategorien vermischt, erzeugt unbegründete Panik.
Jeder Eintrag erklärt, in welchen Produkten die Substanz typischerweise vorkommt, was die verfügbare Evidenz zeigt – einschließlich der Fälle, in denen sie schwach oder widersprüchlich ist – und welche Alternativen es gibt, falls du sie aus Vorsicht meiden möchtest. Wir nennen auch den konkreten regulatorischen Status in der EU und, wo abweichend, in anderen Märkten wie den USA.
Ziel ist nicht, ärztlichen Rat zu ersetzen oder pauschale Angst vor der Kosmetik- oder Reinigungsindustrie zu schüren, sondern belastbare Informationen zu liefern, damit du selbst entscheidest, welche Risiken du eingehen willst.
Inhaltsstoffe mit eigenem Eintrag
Prüfe Herkunft, regulatorischen Status und Alternativen jeder Substanz vor dem Kauf.
Parabene
Konservierungsstoffe mit EU-Grenzwerten seit 2014.
Werteprofil einrichtenPhthalate
In EU-Kinderspielzeug oberhalb bestimmter Schwellenwerte verboten.
Werteprofil einrichtenPFAS („Ewigkeitschemikalien“)
Persistente Verbindungen mit wachsenden Beschränkungen bei Textilien und Verpackungen.
Werteprofil einrichtenTriclosan
In den USA seit 2016 in Handseifen eingeschränkt.
Werteprofil einrichtenOxybenzon & Octinoxat
UV-Filter, an manchen Reisezielen wegen Korallenriff-Schäden verboten.
Werteprofil einrichtenMikroplastik
Die EU schränkt absichtlich zugesetztes Mikroplastik seit 2023 schrittweise ein.
Werteprofil einrichtenBPA & BPS
Hormonell wirksame Stoffe, eingeschränkt bei Babyflaschen und Lebensmittelverpackungen.
Werteprofil einrichtenAluminium in Deos
Zusammenhang mit Brustkrebs von Behörden nicht bestätigt, weiter untersucht.
Werteprofil einrichtenTalkum
Sorge um mögliche Asbestverunreinigung bei mangelhaft kontrolliertem Abbau.
Werteprofil einrichtenUnzertifiziertes Palmöl
Treiber von Entwaldung ohne verifizierte RSPO-Zertifizierung.
Werteprofil einrichtenVerboten, eingeschränkt oder umstritten – das ist nicht dasselbe
„Verboten“ heißt, eine Substanz darf für einen bestimmten Zweck gar nicht verwendet werden, etwa Asbest in EU-Kosmetik. „Eingeschränkt“ heißt, sie ist unterhalb eines Grenzwerts erlaubt, wie Parabene seit 2014. „Umstritten“ heißt, die wissenschaftliche Evidenz ist schwach, gemischt oder unzureichend für ein regulatorisches Eingreifen, wie bei Aluminium in Antitranspirantien.
Wir behandeln diese drei Kategorien in jedem Eintrag getrennt, damit du berechtigte Vorsicht nicht mit gesetzlichem Verbot verwechselst – und Legalität nicht mit völliger Risikofreiheit.
- Verboten: Verwendung für diesen Zweck gesetzlich untersagt
- Eingeschränkt: unterhalb eines Grenzwerts erlaubt
- Umstritten: schwache Evidenz oder laufende Prüfung
- In der EU legal heißt nicht automatisch in anderen Märkten legal
Warum Dosis und kumulative Nutzung zählen
Die klassische Toxikologie erinnert daran: „Die Dosis macht das Gift.“ Ein Konservierungsstoff, der in einem Shampoo sicher ist, kann bedenklich werden, wenn er sich in zwanzig verschiedenen täglich genutzten Produkten wiederholt. Die eigentliche Frage ist also nicht „ist dieser Stoff gefährlich, ja oder nein“, sondern „wie hoch ist meine tatsächliche kumulative Belastung“.
Regulierungsbehörden bewerten Substanzen fast immer einzeln, kaum die kombinierte Belastung einer kompletten Pflege- oder Reinigungsroutine – diese Lücke kannst nur du selbst schließen, indem du Etiketten aktiv vergleichst.
- Prüfe, wie viele Produkte deiner Routine denselben Inhaltsstoff teilen
- Priorisiere Produkte mit langem Hautkontakt bei Änderungen
- Verallgemeinere das Risiko eines Stoffs nicht auf eine ganze Kategorie
- Konsultiere primäre regulatorische Quellen, nicht nur Schlagzeilen
Wie wir jeden Eintrag prüfen
Wir gleichen die EU-Kosmetikverordnung (EG) 1223/2009, die CosIng-Datenbank, relevante FDA-Entscheidungen und von diesen Behörden zitierte, peer-reviewte Studien ab und meiden Quellen, die nur in sozialen Netzwerken kursieren.
Wenn eine Substanz in mehr als eine Kategorie fällt – etwa gesundheitlich und umweltbezogen bedenklich zugleich – kennzeichnen wir das explizit im jeweiligen Eintrag.
- Verordnung (EG) 1223/2009 und CosIng-Datenbank
- FDA-Entscheidungen, sofern zutreffend
- Von Behörden zitierte, peer-reviewte Studien
- Sichtbares Datum der letzten Überprüfung pro Eintrag
Inhaltsstoff vs. regulatorischer Status
Kurzüberblick zum rechtlichen Status häufiger Substanzen; Details stehen im jeweiligen Eintrag.
| Inhaltsstoff | Aktueller regulatorischer Status | Typisches Vorkommen |
|---|---|---|
| Parabene | In der EU unterhalb eines Grenzwerts erlaubt | Kosmetik, Körperpflege |
| Phthalate | In EU-Kinderspielzeug verboten | Weich-PVC, Duftstoffe |
| PFAS | Wachsende Beschränkungen je nach Land und Anwendung | Wasserdichte Textilien, Verpackungen |
| Triclosan | In den USA bei Handseifen eingeschränkt | Seifen, Zahnpasta |
| Oxybenzon | An manchen Reisezielen verboten | Sonnenschutzmittel |
| Zugesetztes Mikroplastik | Schrittweise EU-Beschränkung seit 2023 | Peelings, Kosmetik |
| BPA | Bei Babyflaschen und manchen Verpackungen eingeschränkt | Hartplastik, Dosen |
| Talkum | Kein Generalverbot; Fokus auf Mineralreinheit | Kosmetikpuder, Babypflege |
So prüfst du deine aktuellen Produkte
- Identifiziere Inhaltsstoffe, die sich in mehreren Produkten deiner Routine wiederholen
- Unterscheide zwischen verbotenen, eingeschränkten und nur umstrittenen Substanzen
- Priorisiere Produkte mit langem Hautkontakt oder täglicher Nutzung
- Suche zertifizierte Alternativen, bevor du ein ganzes Produkt aussortierst
- Trage deine Ausschlüsse ins Werteprofil ein für automatische Erkennung
- Prüfe das Datum der letzten regulatorischen Aktualisierung jedes Eintrags
Häufige Fragen zu Inhaltsstoffen, die man meiden sollte
Bedeutet legal automatisch sicher?+
Es bedeutet, dass die geltenden Grenzwerte eingehalten werden, die meist eine Sicherheitsmarge enthalten. Das schließt wissenschaftliche Kontroversen nicht aus und rechtfertigt keinen übermäßigen Gebrauch über viele Produkte hinweg.
Warum sind manche Stoffe in der EU verboten, in den USA aber erlaubt?+
Die Regulierungssysteme wenden das Vorsorgeprinzip unterschiedlich an. Die EU verlangt meist Sicherheitsnachweise vor der Zulassung; andere Märkte erlauben die Nutzung, solange kein Schaden nachgewiesen ist.
Verursacht Aluminium in Deos Brustkrebs?+
Es gibt keinen wissenschaftlichen Konsens, der diesen Zusammenhang bestätigt; verfügbare Studien sind begrenzt und widersprüchlich. Deshalb stufen wir es als umstritten ein, nicht als verboten oder erwiesen sicher.
Was unterscheidet Talkum von Asbest?+
Es sind unterschiedliche Mineralien, die aber im selben Abbaugebiet vorkommen können, wenn Abbau und Qualitätskontrolle unzureichend sind. Die Sorge betrifft mögliche Kreuzkontamination, nicht dass reines Talkum Asbest wäre.
Wie erkenne ich Mikroplastik in einem Produkt?+
Achte in der Zutatenliste auf Begriffe wie Polyethylen, Polypropylen, Nylon oder Acrylate in fester Partikelform; unser Mikroplastik-Eintrag listet die häufigsten Bezeichnungen auf.
Muss ich jedes Produkt mit einem umstrittenen Inhaltsstoff meiden?+
Das hängt von deiner Risikobereitschaft und davon ab, wie viele Produkte deiner Routine den Stoff enthalten. Wir liefern die verfügbare Evidenz; die Entscheidung über kumulative Belastung ist persönlich.
Erkenne diese Inhaltsstoffe in deiner Routine
Trage die Inhaltsstoffe, die du meiden willst, in dein Werteprofil ein – EthiCompare markiert Produkte, die sie enthalten, automatisch.
Werteprofil einrichtenDer Score verbindet Siegel, Lieferkette, Arbeitsbedingungen, Verpackung und Transparenz und wird laufend aktualisiert.